ISDN – Der Standard der Telefonie

ISDN Telefonie

ISDN war seit der Einführung 1989 der Standard der Übertragungstechnik und löste eine Digitalisierung der Telefonie aus. Gerade im Unternehmensbereich wurden -und werden teilweise noch heute- häufig ISDN Anschlüsse verwendet, doch ist diese Technik noch zeitgemäß? Wie ISDN funktioniert und wieso die Technik so beliebt war, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Was ist ISDN?

Integrated Services Digital Network, kurz ISDN, war der internationale Standard der Übertragungs- und Vermittlungstechnik. Hierbei handelt es sich um ein integrierendes digitales Netzwerk für die Telekommunikationsdienste Sprache, Daten, Text und Bilder. Der ISDN Anschluss bietet die Möglichkeit, mehrere Endgeräte anzuschließen und diese parallel zu nutzen.

Die Einführung von ISDN erfolgte 1989 und bedeutete die Ablösung von analogen Telefonen und getrennte Netze für Sprach- und Datendienste. Der neu eingeführte Standard zur Sprach- und Datenübertragung setzte sich vor allem in der Arbeitswelt durch, da er die Verbindung einer damals großen Anzahl an Endgeräten ermöglichte.

 

Arten von ISDN Anschlüssen 

Für die Nutzung von ISDN existieren verschiedene Anschlüsse, die sich in der maximalen Anzahl möglicher Übertragungskanäle unterscheiden. Unternehmen haben die Wahl zwischen dem Basisanschluss und dem Primärmultiplexanschluss

Der Basisanschluss betreibt zwei Nutzkanäle mit jeweils 64 Kbit/s und jeweils einem Signalisierungs- und Synchronisationskanal mit 16 Kbit/s. Folglich benötigt der Basisanschluss eine Gesamtbandbreite von 160 Kbit/s. Bei der Verwendung eines Basisanschlusses können bis zu zehn Rufnummern vergeben werden, die Sie beliebig auf Ihre Endgeräte verteilen können. Entscheiden Sie sich für einen Basisanschluss, so haben Sie die Wahl zwischen einem Mehrgeräteanschluss und einem Anlagenanschluss. Wie der Name bereits verrät, eignet sich der Mehrgeräteanschluss für die Verbindung von bis zu acht Endgeräten oder einer kleinen Telefonanlage, die für wenige Teilnehmer ausgelegt ist. Dahingegen ist der Anlagenanschluss die geeignetere Wahl für die Verbindung einer größeren Telefonanlage.

Bei einem Primärmultiplexanschluss stehen dem Nutzer 30 Nutzkanäle und jeweils ein Steuer- und ein Synchronisationskanal mit je 64 Kbit/s zur Verfügung. Der Primärmultiplexanschluss wird auch S2M oder E1 genannt und benötigt eine Gesamtbandbreite von 2048 Kbit/s. Im Vergleich zum Basisanschluss ist dieser Anschluss für große Telefonanlagen und als Festnetzverbindungsersatz zwischen zwei Endpunkten geeignet. Diese Lösung ist vor allem im Unternehmensbereich weit verbreitet, da der Anschluss mit einem Rufnummernblock bereitgestellt wird.

 

So funktioniert die ISDN-Technologie

Die Datenübertragung bewegt sich bei der ISDN-Technologie auf digitaler Ebene. Hierbei wird eine bessere Sprachqualität und eine vollständige Signalübertragung gesichert. Allerdings ist die Verkabelung eines ISDN-Anschlusses aufwendig und benötigt ein Netzabschlussgerät (NTBA), mit dem die Telefonanlage verbunden wird. Alle notwendigen Endgeräte werden dann an die Telefonanlage angeschlossen. Verwenden Sie noch eine ISDN-Telefonanlage, kann diese als Schnittstelle für mehrere ISDN-Geräte fungieren und es sind keine weiteren Anschlüsse nötig. Zudem können Sie so die Telefonanlage zentral verwalten. Um auf das Internet zugreifen zu können, wird ein DSL-Splitter benötigt, welcher per Kabel an Ihre FRITZ!Box oder einen anderen Router angeschlossen wird.

 

Unterschiede zum analogen Anschluss

Der Hauptunterschied zwischen einem ISDN und einem analogen Anschluss liegt in der Übertragungsart der Daten. ISDN überträgt die Daten digital und bietet dem Nutzer die Möglichkeit, mehrere Signale gleichzeitig zu empfangen oder zu versenden. Der ISDN Basisanschluss stellt dem Nutzer zwei Kanäle zur Verfügung, die beide parallel genutzt werden können. Somit ist es beispielsweise möglich, gleichzeitig zu Telefonieren und zu Faxen. 

Der analoge Anschluss läuft nur über eine Leitung und die parallele Nutzung verschiedener Endgeräte ist nicht möglich. Zudem wird dem Endkunden genau eine Rufnummer zugeordnet. Mit einem ISDN Anschluss erhalten Sie mindestens drei Rufnummern, die Sie Ihren Endgeräten beliebig zuordnen können.

DSL Anschluss

DSL und ISDN

Obwohl ISDN auch eine digitale Übertragungsart nutzt, lässt sich ein Wechsel zu DSL als Standard der Internetverbindung feststellen. Der Begriff DSL bezeichnet Breitband-Verbindungen, die bestehende Telefonleitungen aus Kupfer nutzen. Dies erlaubt ein Versenden und Empfangen von Daten mit besonders hohen Übertragungsraten. DSL ist 250 mal schneller als ISDN und erreicht eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 16 Mbit/s. Darüber hinaus bietet DSL Schutz vor illegalen Einwahl-Programmen, die Ihre Internetkosten drastisch erhöhen können. Trotzdem ist diese Übertragungsart nicht in jeder Hinsicht eine bessere Alternative, da sie noch nicht an allen Orten verfügbar ist. Deswegen baut die Deutsche Telekom aktuell die DSL-Leitungen bundesweit aus, um auch ländlichen Regionen einen schnelleren Internetanschluss zu ermöglichen. 

 

Was ist eine ISDN Telefonanlage?

Die ISDN Telefonanlage wird an einem ISDN Anlagenanschluss betrieben und stellt dem Verbraucher bis zu 30 Kanäle gleichzeitig zur Verfügung. Dies bietet eine größere Flexibilität, da bei Gebrauch des einen Kanals, der andere parallel zum Telefonieren, Faxen oder im Internet surfen gebraucht werden kann. Eine andere Bezeichnung für die ISDN Telefonanlage ist auch ISDN PBX (Private Branch Exchange). Im Vergleich zur analogen Telefonanlage verfügt eine ISDN Telefonanlage über deutlich mehr Funktionen wie beispielsweise Rufumleitung und Rufnummernidentifikation trotz Unterdrückung, diese variieren jedoch je nach Anlage und Betreiber. 

 

Die ISDN-Telefonanlage – damaliger Standard

Die ISDN Telefonanlage war bis vor einigen Jahren gerade in Unternehmen sehr beliebt. Im Vergleich zur analogen Telefonanlage bot sie viele Vorteile und bewirkte, dass zahlreiche Unternehmen in eine ISDN Telefonanlage investierten. Nicht nur war die Sprachqualität besser geworden, dem Nutzer stand auch ein größerer Funktionsumfang zur Verfügung und es war möglich, zwei Gespräche gleichzeitig zu halten. Mit einem ISDN Anschluss erhielt der Nutzer eine größere Anzahl an Rufnummern, dies war vor allem im Unternehmensbereich praktisch.

 

Aktualität und ISDN Abschaltung

Trotz seiner damaligen Beliebtheit wird die ISDN Telefonanlage heute nur noch selten verwendet. Der ausschlaggebendste Grund dafür ist die Abschaltung der ISDN Netze. Zusätzlich fallen mit einer ISDN Telefonanlage sehr hohe Anschaffungs- und Wartungskosten an, da ein Telefonanlagen-Techniker notwendig ist. Verglichen dazu gibt es preiswertere Alternativen, die wir für Sie weiter unten aufgelistet haben. Möchten Sie Ihre Telefonanlage erweitern, sind die Möglichkeiten begrenzt und Sie sind nicht so flexibel wie beispielsweise mit einer Cloud Telefonanlage.

Wie bereits angesprochen ist die ISDN Technologie nicht mehr zeitgemäß, daher werden bis 2022 alle ISDN Anschlüsse abgeschaltet. Davon sind sowohl Mehrgeräteanschlüsse als auch Anlagenanschlüsse betroffen. Der Hintergrund für diese Entscheidung ist, dass die ISDN Technologie veraltet ist und sich seit Jahren im Rückgang befindet. Zudem wird momentan das IP-Netz für die Datenkommunikation und den Internetzugang ausgebaut. Der parallele Betrieb beider Netze ist sehr kostspielig hinsichtlich des Personal- und Energieaufwandes. Die Abschaltung befindet sich schon seit einigen Jahren in der Durchsetzung, nachdem die Deutsche Telekom angekündigt hatte, bis 2018 alle ISDN Anschlüsse vollständig abzuschalten. Dieses Ziel konnte jedoch nicht eingehalten werden und wurde nun bis 2022 verlängert. 

Alle weiteren Informationen hierzu haben wir in unserem Beitrag zum Thema ISDN Abschaltung für Sie zusammengefasst. 

 

Alternativen zu ISDN

Auch wenn es zukünftig kein ISDN mehr geben wird, haben sich in den letzten Jahren gute Alternativen entwickelt. Aktuell wird das Next-Generation-Netzwerk (NGN) ausgebaut, welches die Sprach- und Datenkommunikation in einem Netz zusammenfasst. Da Daten in Zukunft nur noch IP-basiert versendet und empfangen werden, ist auch oft von einem All-IP-Netz die Rede. 

Grafik Cloud Telefonie

SIP-Trunking

Möchten Sie Ihre vorhandene Hardware weiterverwenden? Dann eignet sich SIP-Trunking für Ihr Unternehmen. Dafür muss Ihre Telefonanlage jedoch VoIP-fähig sein oder gegebenenfalls mit Adaptern VoIP-fähig gemacht werden. Mittels VoIP werden Sprachsignale über das IP-Netzwerk übertragen, dabei regeln die SIP-Server den Gesprächsaufbau. Der Zugang zum Internet wird durch den SIP-Trunk ermöglicht. Alle weiteren Einstellungen werden dann wie gewohnt an Ihrer Telefonanlage vorgenommen.

Cloud-Telefonanlage

Die zeitgemäße Alternative ist die Cloud Telefonanlage. Hierfür werden nur ein Internetanschluss mit genügend Bandbreite und IP-fähige Endgeräte benötigt. Eine stationäre Anlage ist nicht mehr notwendig. Ein Provider wie WIRECLOUD stellt Ihnen eine Benutzeroberfläche im Web zur Verfügung, über die Sie Ihre Telefonanlage bedienen können. Alle weiteren Dienste werden ebenfalls über das Internet bezogen. Die IP-fähigen Endgeräte werden dann über den Router an das Internet angeschlossen und die Telefonanlage ist einsatzbereit. 

Vor- und Nachteile einer Cloud Telefonanlage

Vorteile einer Cloud Telefonanlage:

  • Zukunftssicher: Regelmäßige Updates und Wartungen garantieren die Aktualität der Technik.

  • Geringe Kosten: Sie sparen bis zu 50% im Vergleich zu einer herkömmlichen Telefonanlage, da Anschaffungs- und Wartungskosten entfallen.

  • Flexibilität: Die Einbindung von verschiedenen Standorten und Endgeräten wie z. B Smartphones ist problemlos möglich, da lediglich eine stabile Internetverbindung notwendig ist.

  • Skalierbarkeit: Die Telefonanlage wächst mit Ihrem Unternehmen und passt sich Ihrer Situation an. Rufnummern können jederzeit hinzugebucht oder abbestellt werden.

  • Funktionsumfang: WIRECLOUD bietet Ihnen eine große Anzahl an Funktionen an, die Ihren Arbeitsalltag deutlich erleichtern werden.

  • Sicherheit: Durch den Serverstandort in Deutschland sind Ihre Daten durch das deutsche Datenschutzgesetz besonders gut gesichert.

Nachteile einer Cloud Telefonanlage: 

  • Stromausfall: Sofern es zu einem Stromausfall kommt, bricht gleichzeitig auch die Telefonie ab und ist gerade für Unternehmen sehr ärgerlich. Binden Sie allerdings Ihr Smartphone in die Telefonanlage ein, so können Sie auch bei einem Stromausfall weiter telefonieren.

  • Genügend Bandbreite: Eine stabile Internetverbindung ist maßgeblich für die Nutzung einer Cloud Telefonanlage. Ist diese nicht gegeben, leidet die Sprachqualität des Telefonats und es kann zu Verzögerungen in der Gesprächsübertragung kommen.

Die WIRECLOUD Cloud Telefonanlage jetzt kostenlos testen!

Fazit

Obwohl ISDN Jahrzehnte lang der Standard der Übertragungstechnik war und gerade im Unternehmensbereich einen großen Nutzen gefunden hat, ist diese Technik mittlerweile veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Neue Techniken haben sich entwickelt, die den Anschluss einer Telefonanlage so einfach wie noch nie machen. Hinsichtlich der ISDN Abschaltung bis 2022 ist eine Investition daher nicht mehr empfehlenswert. Betreiben Sie in Ihrem Unternehmen noch eine ISDN Telefonanlage, sollten Sie über den Wechsel zu einer VoIP-Telefonanlage aus der Cloud nachdenken. Diese ist nicht nur günstiger in der Inbetriebnahme, sondern bietet auch einen größeren Funktionsumfang.

 

FAQ

Wann wird ISDN abgeschaltet?

Die ISDN Abschaltung befindet sich in vollem Gange und eine Vielzahl an ISDN-Netzen wurde bereits abgeschaltet. Große deutsche ISDN-Anbieter wie die Telekom oder Vodafone haben angekündigt, bis 2022 alle Anschlüsse vollständig abgeschaltet zu haben.

Wofür steht ISDN?

ISDN ist die Abkürzung für Integrated Services Digital Network und bedeutet auf Deutsch Integriertes Sprach- und Datennetz.

Wo liegt der Unterschied zwischen ISDN und DSL?

Bei ISDN handelt es sich um ein Netzwerk von integrierten digitalen Diensten. Somit ist es möglich, mehrere Kommunikationsdienste über einen Anschluss zu nutzen. DSL ist ein digitaler Übertragungsstandard für Internetverbindungen. Für die Datenübertragung werden die Kupferkabel der Telefonanlage verwendet. Bei der Nutzung von DSL wird zusätzlich ein Splitter zwischengeschaltet, der so die gleichzeitige Nutzung von Internet und Telefon ermöglicht.