PSTN – Die Grundlagen der Telefonie erklärt

PSTN

PSTN, ISDN und VoIP sind geläufige Begriffe in der Telefonie. Doch wofür stehen Sie und wo liegen die Unterschiede zwischen den Begrifflichkeiten? In diesem Artikel beantworten wir diese Fragen und erläutern Ihnen die Grundlagen der Telefonie.

Was ist PSTN?

PSTN steht für Public Switched Telephone Network und bezeichnet das allgemeine Telefonnetz. Ursprünglich über Kupferleitungen, nun auch über Glasfaserkabel, Satelliten und Unterseekabel verbindet das PSTN die Gesprächspartner und baut mithilfe von Vermittlungsstellen eine Gesprächsleitung auf. Das Gesprochene wird von Ihrem Telefon in elektrische Signale umgewandelt und über das PSTN zu Ihrem Gesprächspartner geleitet. Dort wandelt das Telefon Ihres Gesprächspartners die erhaltenen elektrischen Signale wieder in akustische Signale um.

Bei der Verwendung von Glasfaserkabeln werden die akustischen Signale in optische Signale umgewandelt und auf diese Weise transportiert.

Wo liegen die Unterschiede zwischen PSTN, VoIP und ISDN?

Beim ISDN, kurz für Integrated Services Digital Network, handelt es sich um eine weiterentwickelte, digitalisierte Fassung des PSTN. Da eine PSTN-Leitung das Breitband nicht optimal nutzt, bietet ISDN mit 128 kbits/s eine verbesserte Sprachqualität sowie eine schnellere Internetverbindung. Ein wesentlicher Unterschied ist zudem, dass die ISDN Leitung Sprache und Daten gleichzeitig überträgt, hingegen PSTN überwiegend dem Sprachaustausch dient. Zusätzlich ist über PSTN nur eine Verbindung möglich, ISDN erlaubt mehrere Verbindungen gleichzeitig wie Telefon und Fax.

Während PSTN und ISDN auf der gleichen Technologie basieren, laufen bei Voice over IP (VoIP) Gespräche über eine Internet-Datenleitung. Während eines Telefonats wird das Gesprochene in digitale Datenpakete umgewandelt, über das Internet verschickt und beim Gesprächspartner wieder in die Sprachinformation zusammengesetzt. Die Übertragung der Daten und den Aufbau der Verbindung regelt das sogenannte Session-Initiation-Protocol (SIP-Netzwerkprotokoll), welches für die VoIP-Telefonie unabdingbar ist.

PSTN

Auch die VoIP-Telefonie gewährt zwei parallele Verbindungen gleichzeitig, so kann der Nutzer beispielsweise gleichzeitig telefonieren und im Internet surfen.

Vor allem die Verbindungsgeschwindigkeit ist bei VoIP deutlich höher als bei ISDN und ermöglicht ein störungsfreies Telefonieren. Der Besitz eines klassischen Bürotelefons ist nicht mehr notwendig, da Sie mittels einer Softphone-Installation auch Ihren Computer oder Ihr Mobiltelefon als Telefon nutzen können.

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Wie sicher ist das PSTN?

Trotz neuer Formen der Telefonie wie VoIP gehört das PSTN zur sichersten Methode der Sprachübertragung und bietet dazu eine gute Sprachqualität. Das öffentliche Telefonnetz weist weniger Sicherheitslücken auf als beispielsweise VoIP, verursacht allerdings deutlich mehr Kosten.

Ausblick: PSTN in der Zukunft

Wie lange das PSTN in Zukunft noch bestehen wird, lässt sich schwer sagen. Die Verwendung von VoIP und cloudbasierten Telefonanlagen prägt die Entwicklung des modernen Telefonnetzes. Da heutzutage auch eine höhere Bandbreite zur Verfügung steht und das Internet ein Kernelement unserer Kommunikation darstellt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die VoIP Telefonie als Standard durchsetzt.

Bereits jetzt wird das PSTN als Teilbereich neuer Kommunikationsnetzwerke verwendet, etwa vom Next Generation Network (NGN). Das NGN ist ein Telekommunikationsnetzwerk, welches auf der Internet-Protokoll-Technologie basiert (IP) und aufgrund seiner hohen Kompatibilität das PSTN als Teilnetz verwendet. Das bestehende PSTN Netz wird zur gemeinschaftlichen IP-Architektur portiert. Telefonnetze, Kabelfernsehnetze, Mobilfunknetze und weitere werden durch das NGN, als eine einheitliche Netzinfrastruktur, ersetzt. So sollen die dienstspezifischen Einzelnetze in einem gemeinsamen Netz gesteuert werden können. Das integrierte PSTN-Netzwerk stellt dann PSTN-ähnliche Dienste an IP-Schnittstellen bereit. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, Ihre alten Endgeräte zu nutzen oder aber auch ein reines IP-Telefon. Ob und wie sich das NGN durchsetzt, ist erst in den nächsten Jahren abzusehen. Es lässt sich allerdings festhalten, dass das PSTN zukünftig aber sicher eine immer geringere Rolle in der Telekommunikation spielen wird.

Fazit

Das Public Switched Telephone Network hat den Beginn der Telefonie geprägt und hat sich bis heute so weiterentwickelt, dass nun Glasfaserkabel für die Übertragung der Signale verwendet werden. Die Entwicklung von VoIP bietet Unternehmen neue Möglichkeiten, ihre Telefonanlage zu nutzen und eignet sich daher besser als ISDN. Mittels eines PSTN-Gateways können beide Technologien verbunden werden und eine Veränderung der bereits vorhandenen Infrastruktur ist nicht notwendig.

FAQ

Was ist ein PSTN-Gateway?

Das PSTN-Gateway (auch VoIP-Gateway genannt) ist ein elektronisches Gerät, welches die Verbindung zwischen der analogen und der IP-Telefonie schafft. Dafür werden analoge Signale in digitale Datenpakete konvertiert und über das Internet versendet.

Was ist der Unterschied zwischen PSTN und PBX?

Das PSTN, kurz für Public Switched Telephone Network, bezeichnet das Telefonnetz. Dieses verband Gesprächsteilnehmer erst über Kupferleitungen, inzwischen über Glasfaser miteinander. PBX steht für Private Branch Exchange und ist der englische Begriff für Telefonanlage.

Wie funktioniert PSTN?

Die PSTN-Technologie wandelt das Gesprochene am Telefon in analoge Signale und sendet diese über die Telefonleitung bis zu Ihrem Gesprächspartner. Dort wandelt das Telefon Ihres Gesprächspartners die analogen Signale wieder in akustische Signale um.