Ratgeber Wechsel auf VoIP Telefonanlage für Unternehmen

Im folgenden Ratgeber haben wir Informationen für Unternehmen zusammengefasst, die mit Ihrem Telefonanschluss auf eine VoIP-Telefonanlage wechseln möchten.

 

Was ist eine VoIP-Telefonanlage für Unternehmen

Eine VoIP-Telefonanlage ist eine Telefonanlage, die keinen herkömmlichen Telefonanschluss mehr benötigt, sondern die Verbindung über eine Datenleitung beispielsweise DSL aufbaut. Für genauere Informationen zur Funktionsweise einer VoIP-Telefonanlage haben wir hier Basisinformationen zur Funktionsweise einer VoIP-Telefonanlage zusammengestellt.

 

Kann ich mit einer VoIP-Telefonanlage ganz normal telefonieren?

Oft gibt es eine Verwechselung zwischen der eingesetzten Technologie VoIP und dem Telefonieren über einen Computer. Um eine VoIP-Telefonanlage nutzen zu können, benötigt man keinen Computer und letztendlich unterscheidet sich die Nutzung der VoIP-Telefonanlage nicht von einer traditionellen Telefonanlage. Jedoch bietet die VoIP-Telefonanlage fast immer wesentlich mehr Möglichkeiten, mehr Flexibilität und verursacht darüberhinaus noch geringere Kosten.

 

Welcher Internetanschluss und welches Netzwerk wird benötigt

Internetanschluss

Im Grunde ist fast jeder Internet-Anschluss für VoIP geeignet. Wichtig ist eine ausreichend große Bandbreite und eine niedrige Latenz. Eine Latenz von unter 50ms ist gut. Sobald die Latenz mehr als 350ms beträgt, ist der Anschluss für VoIP eigentlich ungeeignet.

 

Bandbreite

Die Bandbreite hängt von der Anzahl der Telefone, dem verwendeten Codec der VoIP-Telefonanlage ab und der Anzahl der gleichzeitigen Gespräche ab (früher auch Leitungen genannt). Selbst HD-Codecs benötigen inklusive Overhead nicht mehr als 100KBit/s up und down. Somit reicht selbst ein einfacher DSL-Anschluss meist, um eine zweistellige Anzahl von Mitarbeitern mit einer VoIP-Telefonanlage zur versorgen. Mit einem 50 MBit/s synchronen 

 

Internes Netzwerk

Auch das interne Netzwerk muss ausreichend schnell sein, um die Datenpakete vom Router zu den Telefonen zu verteilen. Selbst eine Netzwerk mit 100 MBit/s kann theoretisch etwa 1.000 gleichzeitige VoIP-Gespräche abwickeln. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass möglicherweise anderer Internetverkehr wie Email und Browser ebenfalls Bandbreite in Anspruch nehmen. 

 

Router & NAT

Im Regelfall verwenden Router die sogenannte NAT (Network Adress Translation). Mehrere interne IP-Adressen verwenden dabei meist eine öffentliche IP-Adresse. Es gilt zu beachten, dass der verwendete Router die Verwendung des SIP-Protokolls und das Öffnen der Ports für die Übertragung der Sprache zulässt. Bestimmte Router und Firmwares können die Verwendung von VoIP und SIP erschweren oder sogar unmöglich machen. Bei einer großen Anzahl von Telefonen kann es sinnvoll sein, die ausgehenden Ports für jedes Telefon einzeln festzulegen und im Router ein Port-Forwarding zu dem jeweiligen Telefon einzustellen. Dazu ist die Vergabe von festen IP-Adressen für jedes Telefon im internen Netzwerk nötig.

 

Firewall

In der Firewall ist sicherzustellen, dass der RTP-Verkehr, der die Sprachdaten enthält ungehindert passieren kann und dass die Ports für das SIP-Protokoll nicht blockiert werden. Meist verwendet das SIP-Protokoll den Port 5060.

 

Fax

Obwohl es trivial klingt, ist die Übertragung von Fax über VoIP eine echte Herausforderung. Völlig sauber kann Fax übertragen werden, wenn das sogenannte T.38-Protokoll verwendet wird. Dazu müssen allerdings alle verwendeten Teil-Strecken und Provider durchgängig T.38 unterstützen und die Übergabe von T.38 zwischen den verschiedenen Netzwerken muss funktionieren. Dies ist leider (noch) nicht immer der Fall. 

 

Eine VoIP-Telefonanlage aus der Cloud ersetzt zwei Produkte

Eine VoIP-Telefonanlage aus der Cloud ersetzt zwei traditionelle Systeme. Zum einen den eigentlichen Telefonanschluss, der bisher analog oder als ISDN- oder Primärmultiplex-Anschluss beim Unternehmen ankam, und zum anderen die Telefonanlage, die meist als Hardware beim Unternehmen stand.

 

Portierung der bestehenden Rufnummern

Um die bestehenden Rufnummern nahtlos weiter nutzen zu können, ist eine sogenannte Portierung der Rufnummern auf die VoIP-Telefonanlage notwendig. Dazu muss beim neuen Provider, in diesem Fall beim Betreiber der VoIP-Telefonanlage, ein Antrag auf Portierung der Telefonnummern gestellt werden. Meist stimmt der alte Provider eine Portierung der Rufnummern erst zum Ende der Vertragslaufzeit zu. Teilweise kann der alte Provider durch eine einmalige Zahlung zu einer Zustimmung überredet werden. Sobald der alte Provider der Portierung zugestimmt hat, nennt dieser einen Termin für die Portierung, die man dann vom neuen Provider erfährt. Im Regelfall geschieht eine Portierung wochentags zwischen 5 und 7 Uhr morgens. Wichtig ist, dass dann bereits die VoIP-Telefonanlage vollständig eingerichtet ist, damit dann nach der Portierung der Telefonnummern diese auch in der VoIP-Telefonanlage ankommen und verarbeitet werden können.

 

Planung und Beratung

Abschließend bleibt zu sagen, dass eine durchdachte Planung beim Umstieg auf eine VoIP-Telefonanlage hilft, Probleme im Vorfeld zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Für Fragen und Hilfestellungen stehen wir Ihnen - egal ob Sie Kunde bei uns sind oder auch nicht - gern zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an unter 0221-999 999 36.

 

Eventuell interessieren Sie sich auf für die Überlegungen bei der Wahl des geeigneten Codec für VoIP-Telefonanlagen